Wochentext #28/2026: Nicht immer. Aber immer wieder.

Publiziert am 5. Juli 2026

Am 27. Juni hatten wir unser Sommerfest zum Johannistag – mit zwei Sorten selbstgekochtem Chili (con und sin carne), Kuchenbuffet, hausgemachten Cocktails, einer Folkband aus Bern (Mascuglia), Schlangenbrot am Feuer, einer Bauchrednerin samt Puppe, einem Gaukler und Zauberer, Johannesfeuer, Darts und sogar Schwingen zum Selberausprobieren im Sägemehlring. Mehr Programm geht fast nicht. Trotzdem blieb mancher Stuhl leer – kein Wunder, an diesem Wochenende füllte sich gleichzeitig halb Basel mit 200’000 Jodlerfest-Gästen, in Schmitten wurde das neue Mehrzweckgebäude eingeweiht, in Heitenried fand das Grümpelturnier statt, dazu noch brütende Hitze. Wer trotzdem da war, hat sich sichtlich wohlgefühlt. Und das Fazit war: Feiern kann St. Antoni!

Wir Reformierten im Sensebezirk sind ohnehin eine über mehrere Dörfer verstreute Minderheit. Im Sommer kommt noch mehr Verteilung dazu: Ferien, Ausflüge, andere Feste. Vielleicht ist das gar nicht das Problem, sondern einfach unsere Realität.

Glauben heisst dann nicht zuerst, dass alle an einem Ort versammelt sind, sondern dass man einander vertraut und einlädt, auch wenn man sich verteilt. Schon Jesus hat gesagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18,20) – nicht: wo Hunderte zusammenkommen. Wenn die, die da waren, sich wohlgefühlt haben, reicht das, um weiterzuerzählen, neugierig zu machen, irgendwann wiederzukommen. Und es ist auch wichtig, dass wir im Alltag, jeder an seinem Ort und in seinen Gemeinschaften als Christin und Christ präsent ist, sich einbringt. Wie der Sauerteig im Brot oder das Salz in der Suppe. Mal verteilt und mal vereint. Wir finden uns. Nicht immer. Aber immer wieder.

Die nächste Gelegenheit zum Zusammenkommen kommt schon bald: Am Dienstag, 7. Juli, 14.30–17.30 Uhr, lädt das «Café Gott und die Welt» in der Oase zum Kaffee und Gespräch ein – die erste von mehreren solchen Begegnungen, die sich über den ganzen Sommer verteilen. Alle Termine findest du hier: [Termine Café „Gott & die Welt“]. Und am 23. August, wenn die Ferienzeit zu Ende geht, gibt es eine tolle Möglichkeit zusammen zu kommen: ab 9 Uhr zum Zmorgegottesdienst mit gemeinsamem Frühstück in der Oase, ab 10 Uhr zum Familiengottesdienst mit Taufe in der Kirche St. Antoni. Vielleicht bist du dabei. Und wenn nicht, dann wenigstens verbunden mit denen, die kommen.

In diesem Sinne: Ich wünsche Dir einen schönen Start in die Sommerferien! Dein Pfarrer Uwe Tatjes