Pfingsten ist eigentlich das Fest des christlichen Teamgeistes. Zum einen, weil an Pfingsten Gottes guter Geist auf einmal in vielen verschiedenen Menschen wirkt und sie zusammenführt und zum anderen, weil dieser Geist Gabe in den Menschen weckt und sie gemeinsam Dinge erleben und verändern lässt.
Ohne einen guten Teamgeist, kann kein Team, keine Mannschaft Erfolge erzielen. Ein Fussball- oder Hockeytrainer muss oft auch ein guter Psychologe sein, die verschiedenen Charaktere einer Mannschaft und ihre Stärken und Schwächen in die richtige Balance bringen und dieses Durcheinander motivieren, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Teams gibt es natürlich auch sehr viel in der Arbeitswelt. Und da ist es ähnlich wie im Sport, hängt der Haussegen schief, bzw. fehlt der Teamgeist, schleppt sich die Arbeit mühsam dahin.
Dagegen mit einem guten Miteinander, mit meinem motivierten Team, begeisterten Mitarbeitern kann die Arbeit auch ein Vergnügen sein. Schön, wenn man auf begeisterte Menschen trifft. Das ist immer eine Pfingsterfahrung. Aber nicht immer sind Festtage.
Eine Freundin erzählt mir von ihrer Arbeit, wie sie sich einbringt und mitdenkt, aber oft nicht gesehen wird, zurückgedrängt, wie sich dann aber andere auch gerne mit ihrer Arbeit schmücken. Sie fühlt sich verletzt, zurückgesetzt, nicht wahrgenommen. Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, senkt ihr Motivation spürbar.
Solche inneren Verletzungen können die Arbeit in einem Team erschweren und sogar blockieren. Sie sind mühsam für die Betroffenen und nehmen allen die Möglichkeit, gemeinsam mehr zu erreichen, sich auf Augenhöhe und mit Aufmerksamkeit zu begegnen und lassen uns am Ende als verbitterte Einzelkämpfer, Karrieristen, innerlich Emigrierte oder Gleichgültige zurück („ich mache nur nicht Dienst nach Vorschrift!“).
Friedemann Schulz von Thun, der viel über die Kommunikation nachgedacht hat, hat für den Begriff des inneren Teams eingeführt. Eine Leitungsfigur leitet nicht immer nur ein äusseres, sichtbares Team, sondern auch ein unsichtbares. Und auch die Mitarbeiter haben je ein inneres Team, das sie bestimmt und leitet.
Wichtig ist es, sich dann darüber klar zu werden, wieso ich so denke und empfinde, was ich eigentlich brauche und wünsche und mir auch Gedanken machen, was der andere braucht und fühlt. Da sind vielleicht viele Stimmen in uns, die miteinander streiten: Angst und Vertrauen, Wut und Liebe, Ärger und Zuversicht, Lethargie und Tatkraft. Da stehen in uns vielleicht: das verletzte innere Kind, der Geniesser, der am liebsten ausruhen möchte, der Pflichtbewusste, der uns antreibt und der innere Kritiker, der uns warnen will, nebeneinander. Diese Stimmen streiten in uns und blockieren sich oft gegenseitig. Friedemann Schulz von Thun empfiehlt deshalb auch, die inneren Anteile wirklich auf ein Blatt zu malen und ihnen somit ein Gesicht zu geben. Somit kann ich mir über meinen (inneren) Konflikt, der oft zu äusseren führt, klarer werden.
Welches innere Team hast Du? Was treibt Dich an, was blockiert Dich? Och finde es wertvoll, darüber nachzudenken. Gerade unter dem Aspekt, dass Gott möchte, dass wir miteinander in einem guten Geist umgehen und die Dinge beseitigen, die unseren Teamgeist blockieren oder ausbremsen können.
Dein Pfarrer Uwe Hayno Klaas Tatjes